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Leni blickt mit 15 Jahren voraus auf ihren ersten Einsatz im National-Team

Während ihre Trainingskameraden in Berlin um die Norddeutschen Titel kämpften, reiste Leni mit ihren Stäben zur U18-Gala nach Schweinfurt. Dort trafen sich heute die besten Deutschen ihres Jahrgangs um mit guten Platzierungen und Normen einen Platz in den Jugendnationalmanschaften zu erhalten. Am Vormittag nutzte Leni dies zu einer Standortbestimmung im Hürdensprint. Mit 14,16 Sekunden verfehlte sie ihre Bestleistung bei Gegenwind haaarscharf und verpasste das Siegerpodest in einem sehr schnellen Rennen als Vierte nur knapp. Anschließend ging es mit voller Konzentration in den Stabhochsprung-Wettbewerb mit dem Ziel, als Siegerin für ein Ticket für die Jugendweltmeisterschaften, welche in wenigen Wochen in Nairobi / Kenia stattfinden, vorgeschlagen zu werden. Trotz sehr gutem Einspringen und einer sofort übersprungenen hohen Anfangshöhe bei 3,60 Meter, gestaltete sich der Wettkampf anschließend schwierig. Letztlich konnte Leni sich mit übersprungenen 3,80 Metern aber vor der zweiten 4-Meter-Springerin im Feld, Lauré Scheutzow (3,70m/Schwerin) durchsetzen. Wenn alle Formalitäten erledigt sind, wird sie sich nun auf ihren ersten Einsatz im DLV-Team vorbereiten können.

Sowohl die Jungen als auch die Mädchen der Wettkampfklasse 3 haben in Löwenberg das Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ für die Potsdamer Sportschule mit deutlichem Vorsprung gewonnen und dürfen nun im September im Bundesfinale dabei sein. Von uns standen mit Jonas, Vanessa, Angelina, Julia und Tjara einige Stabies mit im Mannschaftsaufgebot und errangen auch Bestleistungen. Julia sprintete die 75 Meter in 9,80 Sekunden und gewann vor Vanessa, die mit 9,95 Sekunden ebenfalls unter der erstrebten 10,00 Grenze blieb. Angelina war zuvor mit 5,20 Metern im Weitsprung neuen Rekord gesprungen. Im Hochsprung überquerte Tjara sehr gute 1,55 Meter. An der Nebenanlage hatte kurz danach Jonas die Aufmerksamkeit des gesamten Stadions für sich. Nachdem er mit 1,90 Meter einen neuen Hausrekord sprang beflügelte ihn die Unterstützung der Gleichaltrigen dazu, auch über 1,95 Meter sauber zu floppen. Dass 2 Meter für ihn keine unüberwindbare Höhe bleiben wird konnte er dann in drei weiteren sehr guten Versuchen zeigen.

Stabhochspringer sind Puzzlespieler – sie benötigen Geduld und Akribie um zum Erfolg zu springen. Es muss einiges passen oder besser passend gemacht werden, wenn man erfolgreich mit dem Stab hohe Höhen überwinden möchte. Gelungen ist dies der erst 15-jährigen Leni-Freyja Wildgrube von der RSV Eintracht 1949 in Stahnsdorf, die sich nun bereits das vierte Jahr mit dem Stabhochspringen an der Sportschule in Potsdam beschäftigt. Im heimischen Luftschiffhafen überquerte sie am Mittwoch 4,10 Meter – Landesrekord. Dabei war ihr Puzzle des ersten Vier-Meter-Sprunges kein ganz einfaches.

Leni-Freyja Wildgrube erlernte das Stabhochspringen am Stützpunkt in Potsdam

Bereits im Dezember 2015 konnte Leni als 14-Jährige mit einem Sprung über die 3,80 Meter auf sich aufmerksam machen. Doch schon wenige Wochen später wurde es ruhig um ihre Stabhochsprung-Karriere. Rückenschmerzen, nicht ungewöhnlich für diese Disziplin, zwangen Leni, ihren Stab aus der Hand zu legen und sich im Hürdensprint auszuprobieren. Und dies gelang ihr mit gehörigem Erfolg. Bei ihren Jahrgangsmeisterschaften 2016 in Bremen wurde sie Deutsche Meisterin im Hindernissprint, musste aber gleichzeitig zusehen, wie ihre Konkurentinnen den Sieg mit dem Stab ohne sie auskämpften.

Das sollte ihr nicht mehr passieren, deshalb sprang sie in der folgenden Hallensaison lieber seitenverkehrt, als dass sie ihren Gegnern das Terrain komplett überlassen wollte. Erstaunliche 3,40 Meter standen zuletzt im Ergebnisprotokoll, eine Höhe, die kein halbes Jahr zuvor noch zu Edelmetall gereicht hätte. Erst im Ostertrainingslager 2017 gaben ihr die Ärzte nach einem Jahr grünes Licht zum unbeschwerten Stabhochspringen.

Leni mit einem ihrer neuen Stäbe made in Germany

Seitdem will Leni versäumtes aufholen und arbeitet mit enormen Tempo an ihrem Ziel: ein erster internationaler Einsatz im Nachwuchsteam des DLV. Bereits im ersten Wettkampf kann sie ihren Hausrekord auf 3,85 Meter (JWM-Norm U18) steigern und ihre nationalen Gegener anschließend im traditionellen Pfingstspringen in Holzminden mit 3,90 Metern bezwingen. Doch das enorme Tempo macht Schwierigkeiten, am Stützpunkt in Potsdam finden sich keine passenden Stäbe für höhere Höhen. Mal eben schnell neue Stäbe organisieren? – Ja das geht! Die Firma Wesp hat nur eine Bedingung: weil es so schnell gehen muss, benötigt sie Unterstützung. Somit baut am Freitag Lenis Trainer Toralf Neumann gemeinsam mit dem ehemaligen Stabhochspringer Dietmar Wesp den Stab, welcher Leni am gestrigen Mittwoch in neue Höhen katapultieren lässt. Und Leni dankt es umgehend mit ihrem neuen Rekord. Das Puzzle fügte sich zusammen.

Leni kam heute mit neuen Stäben richtig ins Fliegen.

Sehr gutes Wetter, Besuch aus Bremen, Holzminden und Leipzig sowie das Können der Tüchtigen waren heute beim Abendsportfest im heimischen Luftschiffhafen die Voraussetzungen für deutliche Leistungssteigerungen unserer Stabies. In der w14 konnte sich Rebecca um 20 Zentimeter auf eine neue Bestmarke von 2,60 Meter steigern und belohnte sich somit für viele fleißige Trainingseinheiten zu Hause. In der w15 gelang es Moana erstmalig in dieser Saison ihr Sprungvermögen mit dem biegsamen Stab auch im Wettkampf erfolgreich zu nutzen. Sie steigerte sich um 15 Zentimeter auf 3,50 Meter und deutete an, dass sie in wenigen Wochen in Bremen um die Medaillen kämpfen möchte. Sogar 10 Zentimeter höher ging es für den gleichaltrigen Jonas hinaus, der mit 3,60 Metern nun seine zweite DM-Norm abhaken kann. Der Haken an der Norm gelang auch Niklas, der aus verkürztem Anlauf seine Bestleistung von 4,60 Metern einstellte. Für ihn gilt es nun die richtige Strategie zu finden, um möglichst in Ulm seine Bestleistung deutlich steigern zu können. Die hochwertigste Leistung am heutigen Tag gelang aber Leni, die erstmals die 4-Meter-Marke überwinden konnte. Anschließend sprang sie mit neuem Stab auch über 4,10 Meter. Dies bedeutet Einstellung des Landes- und TG-Rekordes von Caroline Hasse, Spitzenposition in der deutschen U18- und U20-Bestenliste sowie Erfüllung der JEM-U20-Norm. Am Samstag nun will sie sich in Schweinfurt endgültig für die U18-Weltmeisterschaften in Kenia empfehlen.

Julia, Moana und Elisa bei der Siegerehrung in Köngs Wusterhausen

Bei den Landesmeisterschaften im Blockmehrkampf hieß es für unsere drei Starterinnen, sich mit der Erfüllung der geforderten Norm einen Start bei den bereits in zwei Wochen stattfindenden Deutschen Meisterschaften zu sichern. Julia die diese bereits zuvor in Cottbus überboten hatte, nutzte den Wettkampf ebenso als Standortbestimmung, um die Vorbereitung für die DM zu optimieren. Mit 2709 Punkten (Platz 2) gelang ihr diesmal ohne Windunterstützung eine ähnlich gute Punktzahl. Mit 12,82 Sekunden über die 100Meter verhinderte der starke Gegenwind knapp die Einzelnorm, jedoch freute sich Julia über diese Bestleistung ebenso wie zuvor über ihren neuen Hausrekord im Hürdensprint (12,71 Sekunden). Mit 271 Punkten Steigerung zum Vorjahr wies Moana-Lou ihre tolle Entwicklung in den vergangenen Monaten nach. In 12,85 Sekunden war sie über die 100 Meter nur unwesentlich langsamer als Julia und auch mit dem Speer gelang ihr eine weitere Bestleistung. Mit 31,42 Metern überraschte sie sich selbst zum rechten Zeitpunkt mit mehr als 6 Meter Steigerung, womit sie sich Platz 4 und die DM-Norm (2662 Punkte) sichern konnte. Gerade die letzte Disziplin, das Speerwerfen klappte bei Elisa nicht wie gewohnt, sodass ihr am Ende winzige 4 Punkte zur Normerfüllung fehlten. Da konnte es Elisa auch nicht trösten, dass sie 200 Punkte mehr als im vorigen Jahr sammelte und im Hürdensprint mit 12,68 Sekunden ihren bisherigen Hausrekord deutlich unterbot. Trotz toller Entwicklung blieb die gewünschte Belohnung für ihren großen Einsatz im Sport noch aus.